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Von der Industriebahn Zons-Nievenheim zum StadtBus Dormagen

In Dormagen fährt seit dem 1. Juni 1997 der StadtBus, eine Einrichtung, die trotz anfänglicher vielfältiger Kritik heute nicht mehr wegzudenken ist.

Neben dem bekannten StadtBus gibt es - weniger bekannt, weil keine Personenbeförderung stattfindet - die Industriebahn Zons-Nievenheim. Sie bedient mit wachsendem Erfolg ein etwa neun Kilometer langes Schienennetz zwischen dem DB-Bahnhof Nievenheim und dem Hafen Stürzelberg einerseits und dem Gewerbegebiet Delrath im Norden Dormagens sowie den großen Aluminiumwerken im Neusser Süden (Alu Nord und VAW) andererseits.

Der zeitliche Ablauf von der Industriebahn zum StadtBus zieht sich insgesamt über fast 100 Jahre hin:

29.11.1911

Die Stadt Zons und die Gemeinde Nievenheim gründen die Industriebahn Zons-Nievenheim GmbH.

12.10.1912

Die Industriebahn nimmt ihren "Zubringer- und Abholdienst" mit Dampflokomotiven auf.

Jan./Feb. 1945

Luftangriffe auf die in Delrath angesiedelten Industriebetriebe bringen den Industriebahnbetrieb nahezu zum Erliegen.

05.03.1945

Nach Einmarsch der amerikanischen Truppen müssen die meisten großen Unternehmen entlang der Industriebahn ihre Produktion einstellen. Die Industriebahn bleibt nicht untätig, sondern muß der Deutschen Reichsbahn aufgrund einer Anordnung der Militärregierung mit ihren beiden Lokomotiven und dem Personal "aushelfen".

1946

Der Industriebahnbetrieb normalisiert sich allmählich. Es werden 3.758 Waggons transportiert (1945 waren es nur 1.176 Waggons gewesen).

1947

Die Industriebahn verdoppelt ihre Transporte mit 6.617 Waggons gegenüber dem Vorjahr abermals.

1950

Mit 18.335 Waggons entsprechend 345.651 Tonnen erreicht die Industriebahn einen ersten Nachkriegsrekord.

01.10.1962

Die Elektrifizierung des Übergabebahnhofes Nievenheim ist abgeschlossen.

1965

Anschaffung der ersten Diesellokomotive.

1967

Einstellung des Dampfbetriebes durch Einsatz einer zweiten Diesellokomotive.

1975

Im Zuge der kommunalen Neugliederung mit der Eingemeindung der Gemeinde Nievenheim und der Stadt Zons in die Stadt Dormagen übernimmt letztere das gesamte Stammkapital der Industriebahn Zons-Nievenheim GmbH.

1984

Die Industriebahn stellt mit 580.180 Tonnen den "Rekord" von 1939 (524.272 Tonnen) ein.

29.11.1986

Die Industriebahn feiert ihr 75jähriges Jubiläum.

27.12.1993

Das Bundesregionalisierungsgesetz und am 15.02.1995 das Gesetz zur Regionalisierung des öffentlichen Schienenpersonennahverkehrs sowie zur Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs (Regionalisierungsgesetz NW) werden verabschiedet. Beide Gesetze sind neben der EG-VO 1191/69 i. d. F. 1893/91 die rechtlichen Grundlagen für die Bildung eines eigenen städtischen Omnibusverkehrs in Dormagen.

30.08.1994

Aufgrund der bereits vorliegenden Entwürfe des Regionalisierungsgesetzes NW beauftragt der Rat der Stadt Dormagen die Verwaltung, Wege zur Verwirklichung eines städtischen Konzeptes für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit Omnibussen zu untersuchen.

17.11.1994

Der Bürgermeister der Stadt Dormagen schlägt dem Rat vor, die Industriebahn Zons-Nievenheim GmbH zu einer städtischen Verkehrsgesellschaft zu erweitern. Die neue Gesellschaft soll - neben der Durchführung des Schienengüterverkehrs auf der Industriebahn - eine ÖPNV-Konzeption entwickeln und umsetzen sowie später auch den ÖPNV in Dormagen organisieren.

31.05.1995

Der Rat der Stadt Dormagen beschließt die Gründung der Verkehrsgesellschaft Dormagen mbH (VGD) zum 01.07.1995. Die Gesellschafterversammlung der Industriebahn Zons-Nievenheim GmbH geht über in das neue Aufsichtsgremium, den städtischen Ausschuß der Verkehrsgesellschaft Dormagen mbH (VGD-Ausschuß).

11.07.1995

Der VGD-Ausschuß beschließt den Beitritt der VGD zur Verkehrsgesellschaft des Kreises Neuss mbH.

13.05.1996

Die Bezirksregierung sanktioniert das gemeinsame Konzept von BVR Busverkehr Rheinland GmbH und VGD "Langfristige Zusammenarbeit gegen Konzessionen." Das heißt, die VGD beantragt und erhält die Konzessionen für den städtischen Busverkehr. Der BVR als Inhaber der derzeitigen Konzessionen behält aufgrund der Besitzstandsschutzregelung des Personenbeförderungsgesetzes exklusiv die Betriebsdurchführung.

03.12.1996

Der VGD-Ausschuß beschließt den Abschluß eines Kooperations- und eines Betriebsleistungsvertrages mit dem BVR. Gleichzeitig stimmt er dem Gesellschaftsvertrag der StadtBus Dormagen GmbH (SDG) zu. Diese Gesellschaft gehört zu 88% der VGD und zu 12% dem BVR. Sie dient u. a. dazu, die gemeinsamen StadtBus-Aktivitäten der beiden Gesellschafter zu bündeln und von deren übrigen Tätigkeiten zu trennen. Das ist beim BVR der Regionalbusverkehr u. a. im Kreis Neuss und bei der VGD der Schienengüterverkehr der Industriebahn.

16.01.1997

BVR, Stadt Dormagen und VGD/SDG unterzeichnen die Verträge.

30.01.1997

Der VGD-Ausschuß beschließt den Beitritt der SDG zu den beiden Verkehrsverbünden Rhein-Ruhr (VRR) und Rhein-Sieg (VRS) und schafft damit die Grundlage für deutlich günstigere Fahrausweistarife in Richtung Köln und in den übrigen Verbundraum VRS.

31.05.1997

Zur Eröffnung des StadtBus Dormagen findet das StadtBus-Fest statt, bei dem jedermann Gelegenheit gegeben wird, den StadtBus Dormagen kostenlos kennenzulernen.

01.06.1997

Der StadtBus Dormagen nimmt seinen fahrplanmäßigen Betrieb mit sieben StadtBus- und zwei NachtExpress-Linien auf:

881 Dormagen Bf. - Marktplatz - Hackenbroich
882 Marktplatz - Dormagen Bf. - Kreiskrankenhaus - Hackenbroich
883 Marktplatz - Dormagen Bf. - Delhoven - Knechtsteden - Straberg
884 Marktplatz - Dormagen Bf. - Horrem - Nievenheim - Gohr
886 Dormagen Bf. - Marktplatz - Rheinfeld - Zons - Stürzelberg - Delrath - Nievenheim Bf.
887 Marktplatz - Bayer/EC - Worringen Bf.
888 Nievenheim Bf. - Straberg - Knechtsteden - Delhoven - Kreiskrankenhaus - Hackenbroich - Worringen Bf.
NE1 Dormagen Bf. - Hackenbroich - Delhoven - Knechtsteden - Straberg - Nievenheim - Gohr
NE2 Dormagen Bf. - Rheinfeld - Zons - Stürzelberg

Die Linien verkehren alle zweimal stündlich und stellen die regelmäßige Verbindung der Stadteile untereinander sowie mit der Innenstadt und den Bahnhöfen Dormagen, Nievenheim und Worringen her.

Okt. 1997

Eine erste umfassende Fahrgastzählung ergibt, daß auf ein Jahr hochgerechnet ca. 2 Mio. Fahrgäste den StadtBus benutzen. Damit werden pro Tag durchschnittlich 5.500 Menschen befördert. Die Zählung zeigt aber auch, daß an Samstagen nur 54 % und an Sonn- und Feiertagen nur 29 % der Fahrgäste von montags bis freitags mit dem StadtBus fahren. Die am stärksten genutzten Linien sind die 882 und 886. Dez. 1997 Die Auswertung der Einnahmen für das Jahr 1997 zeigt, daß von Juni bis Dezember d. J. die Fahrgastzahlen beim StadtBus um knapp 50 % zugenommen haben. Die Industriebahn konnte im Vergleich zum Vorjahr die beförderte Tonnage um fast 30 % steigern, was Einnahmenzuwächse von über 25 % zur Folge hatte. Sie beförderte 954.773 Tonnen.

19.03.1998

Aufgrund der Zählergebnisse vom Oktober 1997 beschließt der VGD-Ausschuß, das StadtBus-Netz zum Sommerfahrplan 1998 ab 24.05.1998 einer Optimierung zu unterziehen. Die StadtBus-Linien verkehren künftig in einem 30-Minuten-Takt, schwach frequentierte Linien zeitweilig im 60-Minuten-Takt. Außerdem wird der StadtBus-Verkehr am Wochenende (samstags ab ca. 15.00 Uhr sowie sonn- und feiertags) durch zwei halbstündlich verkehrende WochenendExpress-Linien ersetzt, die der schwächeren Nachfrage Rechnung tragen:

WE1 Dormagen Bf.‚ Hackenbroich‚ Kreiskrankenhaus‚ Delhoven‚ Knechtsteden‚ Straberg‚ Nievenheim‚ Gohr‚ Broich
WE2 Dormagen Bf.‚ Marktplatz‚ Rheinfeld‚ Zons‚ Stürzelberg‚ Delrath‚ Nievenheim Bf.

Durch Verlängerung der Linien 884 bis Broich, 886 bis Nievenheim Gesamtschule, 888 bis Delrath Ortsmitte, NE2 bis Delrath-Nievenheim Bf. wird das StadtBus-Netz arrondiert. Durch diese Maßnahmen und die Zusammenführung der Linien auf der Achse Marktplatz ‚ Bahnhof Dormagen mit drei unterschiedlichen Linienwegen soll der Kostendeckungsgrad von knapp 50% auf über 60% gesteigert werden.

19.03.1998

Der für das laufende Jahr verabschiedete Wirtschaftsplan der VGD weist für die Sparte Industriebahn erstmalig seit Jahren wieder einen Gewinn aus. Hohe Zinsbelastungen und Abschreibungen aufgrund des völligen Neubaus des Bürogebäudes und der Lokhalle in Delrath sowie der Neuanschaffung einer dritten Diesellok Anfang der 90er Jahre belasten das Wirtschaftsergebnis für den Schienengüterverkehr außerordentlich. Durch diese Maßnahmen ist die Industriebahn gerüstet, die zu befördernde Tonnage auf 1 Mio. Tonnen pro Jahr zu steigern und präsentiert sich als ein leistungsfähiger Verkehrsträger für die Güterbeförderung auf der Schiene in unserer Region. Dormagen ist die ideale Schnittstelle von Wasser, Schiene und Straße. Die Verkehrsgesellschaft Dormagen verbindet mit der Industriebahn Zons-Nievenheim die Rheinschiene mit allen Destinationen in Deutschland, Europa und Übersee. Drei Dieselloks mit bis zu 1523 PS bewegen auf einem 9,6 Kilometer langen Streckennetz Güter aller Art ‚ schnell, zuverlässig und wirtschaftlich.

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